Saturday, April 11, 2009

Pauli und Niels

Niels Frevert letzten Sonntag im St. Pauli Theater in Hamburg. Ganz großer Auftritt, volle Bude, perfekte Setlist. Danke, danke, danke. Lange nicht so gern Musik gesehen und gehört.

Was? Du kennst Niels Frevert nicht? Dann guck mal hier - habe einen lustigen Film bei youtube gefunden. Und Du solltest Dir die CDs kaufen. Alle. Sofort.

Wednesday, November 19, 2008

Lilly Helene

ist da! Am 7.11. um 8.08 Uhr geboren. 50 cm Glück und Wunder.
Wiegt genug, trinkt viel, schläft den halben Tag.

Saturday, October 04, 2008

Dösig oder plietsch?

Ach Jungs, habt ihr denn nix zu tun? Mit ihrer Reunion-Platte in den US-Charts bereits auf Platz 2, hüpfen New Kids On The Block Ende Januar auch in Frankfurt über die Bühne.




Und - welche Band soll als nächste verkünden, dass es nicht ums Geld geht, tausend andere Angebote vorlagen und diese Wiedervereinigung wirklich von Herzen kommt? Die hier?

Tuesday, September 30, 2008

Gen-Tick?

Ist das eigentlich per DNA vorprogrammiert? Das mit den Taschen und Schuhen? Als Opfer meiner Veranlagung fühle ich mich, wenn ich an Schaufenstern mit Leder, Reisverschlüssen, Absätzen und Henkeln vorbeigehe. Die ewige Diskussion: „Du hast doch tausend braune/schwarze Taschen/Schuhe." „Nein! Ja. Trotzdem. Guck mal hier, diese ist doch ganz anders."

Friday, September 26, 2008

Mal ein paar Worte dazu:

1. „Eine Geburt ist das Wunderschönste, was man erleben kann" ... Könnte mir bitte mal jemand erklären, was an Wehen wunderschön sein soll? Ok, das Ergebnis, sein Baby endlich im Arm zu haben, das ist tatsächlich großartig, aber wenn das ohne Geburt funktionieren könnte - her damit! Denn schöner als eine Geburt sind recht viele Dinge, angefangen beim kühlen Bier am Elbstrand bis hin zur Zahnreinigung. Also hört endlich auf, das alles zu verklären - eine Geburt ist ne Quälerei, die mit Spaß soviel zu tun hat wie ne Mandelentfernung.

2. „Schwanger zu sein ist sooo schön, schade, dass das irgendwann vorbei ist. “ ... Schwanger sein ist in den meisten Fällen tatsächlich ganz schön - bis das Ganze in ein Stadium übergeht, in dem Sodbrennen, dicke Füße, Kurzatmigkeit und Schlaflosigkeit ins Spiel kommen. Jaaaa, alles für den guten Zweck, aber ich behaupte, 85 Prozent aller Schwangeren haben zum Ende hin nur noch einen Satz im Sinn: „Ich habe keinen Bock mehr!"

Und was mir 3. sowas von auf den Senkel geht, sind Eltern, bei denen immer „alles super" ist und die „total entspannt" sind. Die sich am liebsten ein Schild um den Bauch hängen würden „Ey, wir sind sooo locker, ist doch alles easy.“ Schwätzer. Wichtigtuer. Lügner. Meist sind es nämlich genau die, die vorher über Familiengründung, Kinder, Pärchen etc. gelästert haben, nun selber irgendwie da rein geraten sind, und die alles tun würden, nur um sich keine Blöße zu geben. Denen sei soviel gesagt: Die durchwachten Bauchweh-Schnupfen-Fieber-Zahnungs-Nächte, die blühen auch Euch. Eure Augenringe werden Euch verraten, doch Ihr werdet tatsächlich total entspannt sein - so entspannt, dass Ihr im Stehen einschlafen könntet.

Und sonst so? Alles super. :-))

Friday, July 25, 2008

Moment mal

Kurz den Juli abgerissen:

Ben Folds im Grünspan. Knackevoll und sehr sehr gut. Vorband Corn Mo - ein Hutzel mit Meat-Loaf-Organ und Drumstick am Fuß, damit er neben wahlweise Akkordeon und Gitarre auch noch das umgedrehte Becken auf dem Boden bedienen kann. Unterhalt- und seltsam.

Sheryl Crow im Stadtpark. Routiniert, sehr klein und auch sehr sehr gut. Entspanntes Publikum, beste Vorband, die ich mir wünschen konnte, nämlich Konzert Nr. 3:

Niels Frevert. Hach. Die neue CD ist einfach - na? Sehr sehr gut.


Am Winterhuder Markt einen alten Herren mit Stock über die Straße gelassen. Sitze im Auto, stehe auf der Bremse, Sonne scheint, der alte Mann schleicht über die Straße, dreht sich verschmitzt lächelnd zu mir und wirft mir eine Kusshand zu. Großartig.

Uhrenservice bei Karstadt. Mann mit Sechsjähriger, die etwas nörgelt. Papa zu Kind: "Jetzt halt endlich deine Schnauze." Gar nicht großartig.

Heute morgen wachgetrommelt worden. Töchterchen müsste inzwischen 25 stolze Zentimeter lang sein, die nutzte sie kurz vor Sieben, um ihr Wohnzimmer mit Händen und Füßen auszumessen. Unvorstellbar großartig.


Und nun - ab in die Sonne!

Sunday, June 22, 2008

Kotze fürs Volk

Wurde vor Kurzem tatsächlich gefragt, ob ich auch eine der Mütter bin, die mit Spuckflecken auf der Schulter herumläuft, um der Gesellschaft zu zeigen, was ich für sie tue. Welcher Idiot bekommt denn Kinder für die Gesellschaft?

Friday, June 20, 2008

3x SEHR GUT

Lauter schöne Dinge, die der alte Kollege Juni da aus dem Ärmel zaubert:

1. Deutsche Nationalelf im Halbfinale
2. Wetter im angenehmen Wechsel
3. Baby “Nummer 2" im Anmarsch

Monday, April 28, 2008

Teenieterror

Ab einem gewissen Alter und Schlafbedürfnis sollte man nicht mehr in Hostels übernachten. So. Gemerkt. Aber würde mich bitte jemand noch einmal daran erinnern, wenn ich das nächste Mal nach einer günstigen Unterkunft suche?

Nicht die Ratschgeräusche des Vorhangs aus dem Nachbarzimmer, nicht das Gemeinschaftsklo oder der flachgehobelte Baumstamm statt Matratze waren es, die mich aus dieser Welt endgültig vertrieben haben - sondern die Entdeckung meiner beschränkten Belastbarkeit beim Zusammentreffen mit lauten Menschen unter Zwanzig nachts um halb Zwei.

Es hallt, wenn man sich im Flur alkoholisiert unterhält. Durch den Flur Richtung Klo schlurfend sehe ich am Ende des Gangs einen Dunkelhaarigen ohne Bartwuchs. Ob er nicht einfach ins Zimmer gehen, die Tür hinter sich zumachen und sich drinnen unterhalten könne? Seine verwaschene Antwort: „Ich wohne aber im Zimmer nebenan, ich kann schlecht durch die Wand reden." Hä? Meine Geduld schleicht sich und es ziept an meinen Nerven. „Nein, Mann. In das Zimmer, vor dem Du gerade stehst. Andere möchten schlafen." „WAS? Jetzt schon?" Meine Agressivität schwappt über meine Müdigkeit, mit geröteten Augen und wirren Haaren balle ich die Fäuste, da guckt sein Kumpel aus der Tür und hebt beschwichtigend die Hände: „Ist ok, wir gehen rein."
Doch ich muss feststellen: Am falschen Ort zur falschen Zeit bin ich. Nicht er. Tschüß Hostels, war nett mit Euch.

Tuesday, April 15, 2008

BeBe

Was mit mir nicht stimmt? Keine Ahnung. Könnte sich vielleicht jemand mal in meine Psyche graben und analysieren, warum ich nicht nur Bärte mag sondern auch noch einen Mann an meiner Seite bevorzuge, der ein bisschen was auf den Rippen hat, statt im Wind zu klappern? Okay, fett meine ich nicht. Aber griffig. Und wann genau blieb der Waschbrettwunsch auf der Strecke? Als die ersten Pfunde am eigenen Hintern zuviel wurden? Keine Ahnung.

Monday, March 31, 2008

Peter?

Peter was? Cincotti. Ah ja. Für alle, die ihn nicht kennen, unten ein kleiner Einblick. Einen guten Anblick hatte ich gestern. Aus der dritten Reihe im Grünspan, direkt auf die Tasten des Mr. Cincotti. Und auf eine tolle Band, mit einem gut wahnsinnigen Gitarristen, einem Schlagzeuger, der aussah wie Busta Rhymes, einem Keyboarder mit cooler Frisur und einem Bassisten mit Sechssaiter. Hach. Und Peter? Nicht halb so geleckt, wie er scheint, nicht schmierig, nicht schmalzig - einer, der die Musik ausatmet, ein fantastischer Pianist und Sänger. Es tropfte, schnippte, schmetterte und flüsterte von der Bühne. Glanzstück.

Tuesday, March 18, 2008

Kann ich?

„Du bist die lebendig gewordene Einbildung!" - meine niederschmetternde Auswertung eines Online-Tests zu der Frage „Bin ich eingebildet?". Natürlich ein fragwürdiger Test. Spinnen die? Natürlich bin ich NICHT eingebildet. Ich weiß nur was ich kann. Und was nicht. Hört man bei Gesprächen mit, in denen einer sich damit brüstet, was er so Tolles auf die Beine stellt, ist das oft entsetzlich langweilig. Viel lustiger wäre doch zu hören, was er nicht kann.

Also - ich kann gut kochen, kann mich gut amüsieren und ich kann gut Auto fahren. Gäääähhnn.
Aber: Ich bin eine Katastrophe bei allem, was mit Grünpflanzen zu tun hat. Und ich kann mich nie gedulden, mathematisches Denken geht mir völlig ab, ich kann kein HipHop tanzen und beim Aerobic sehe ich aus als hätte ich ein Hüftproblem.

Was kannst Du NICHT?

Tuesday, March 04, 2008

Rückschau des guten Geschmacks

Die fand ich wirklich alle gut. Alle. Richtig gut. Hach, und irgendwie ... zumindest Whitesnake ...














Thursday, February 28, 2008

Gute Nachricht

Nein, zwei gute Nachrichten sogar:

1. Online. Im Netz. Endlich. Ich könnte heulen. Fünf verdammte Monate hat es gedauert.

2. Sohnemann wippt zu „Mr. Cab Driver" von Lenny Kravitz mit. Gutes Kind.

Tuesday, February 12, 2008

Alles Schweine

Ferkel Nr. 1:
Heute ist das Sofa angekommen. Zwei Monteure dabei, der eine möchte aufs Klo. Schnell flitze ich in den Keller, weil das Topapier alle ist. Drücke ihm zwei Rollen in die Hand, zum Abschied dieselbe und gehe dann auch Richtung WC. Und entdecke: Zwei Rollen Topapier - unangetastet. Waschbecken - trocken wie meine Stirn bei minus fünf Grad. Pfui bäh. Ich wasche mir ausnahmsweise auch VOR dem Klogang die Hände.

Ferkel Nr. 2:
Telekom schaltet und schaltet nicht. Sie kennen ja unsere anderen beiden ISDN-Nummern immer noch nicht. Die, die sie uns selbst zugeteilt haben. Pfui bäh.

Friday, February 01, 2008

Telekom vs. Hansenet vs. Schröder

Ja geht's denn noch? Nein, natürlich sind wir nicht bei der Telekom. Aber Neubauten haben den Nachteil, dass jeder verflixte Wohnkasten erst mit der strippenziehenden Telekom einen Vertrag schließen muss, bevor man wieder wechseln kann. Der Vorteil: Ist halt alles neu. Und manches auch ganz schön scheiße. Telefonanschluss zum Beispiel.

So, Joshuatree, und jetzt her mit dem Video. (siehe Kommentare vorheriger Eintrag)Bitte bitte. Klingt großartig!

Ich weiß nicht, wie lange diese Misere noch dauert, es sieht so aus, als hätte sie bald ein Ende, doch aus der hoffnungsvollen Optimistin ist mittlerweile eine hoffnungslose, dauererbrechende Pessimistin geworden. Nach einigen Hotline-Telefonaten überkommt mich ein Bedürnis. Nein, ich muss nicht aufs Klo. Ich rede von einem Bedürnis nach Blumentöpfen, die an Hauswänden zerschellen, nach meiner Hand, die auf eine Telekomwange klatscht, nach Sandsäcken, die nur darauf warten, von mir bearbeitet zu werden. Aus dem Weg!! Hier kommt meine Wut! Schweißnass, mit blutunterlaufenden Augen stapft sie auf ihren haarigen Füßen Richtung Bonn. Das große pinkfarbene T im Visier.

Ach, ist doch alles kacke. Dieser Telefontüddel.

Thursday, November 22, 2007

Abgeschnitten

Satz mit X. Ich bin einfach zu gutgläubig. Nun war die Telekom tatsächlich da, nun macht das alles keinen Mucks. Wie es aussieht haben die Gartenarbeiter wahrscheinlich unsere Telekomleitung mit dem Bagger geschrottet. Herzlichen Glückwunsch. Sie sind bis auf Weiteres von der Außenwelt abgeschnitten. Im wahrsten Sinne.

Kleine Anekdote vom großartigen Telekom-"Service":

"Guten Tag, wir haben heute einen Termin mit Ihrem Techniker im Zeitraum von 12 bis 18:30 Uhr. Können Sie das inzwischen zeitlich etwas genauer einschränken?"

Telekom: (in einem sehr unfreundlichen Tonfall)"Nein, Sie können den Termin nicht mehr verschieben."

"Ich möchte den Termin nicht verschieben, nur zeitlich eingrenzen."

Telekom: "Ihr Termin ist von 12 bis 18:30 Uhr."

"Ja, richtig, das sind 6,5 Stunden, meine Frage ist, ob Sie das etwas eingrenzen können, Ihre Tourenplanung müsste doch stehen."

Telekom: (mir ins Wort fallend:) "NEIN! Sie können das jetzt nicht mehr absagen."

"Hören Sie mir doch bitte mal zu, ich möchte den Termin NICHT ABSAGEN. Ich finde Sie übrigens ganz schön unfreundlich."

Telekom: "Auf Wiederhören." (legt auf)


Dazu fällt mir nichts mehr ein.

Sunday, October 21, 2007

Unerträglich

Der Typ sitzt hinter mir am Tisch in einem italienischen Restaurant und palavert seinen Untergebenen voll. In zehn Minuten in mehr als hörbarer Lautstärke folgende Begriffe unterzubringen, ist fast schon ein Talent: Ich, ich, ich, Manager, Künstler, Ausstellung, Auftrag, Spiegel-TV, meine Handy-Nummer, keine-Ahnung-woher-die-die-hatten, Naja, Huskie-Schlitten, süße Stimme, eine meiner Affären, Kohle, Auftrag, Macher, geht klar, italienisch? Ach, ein bisschen, Italiener trinken ja nie doppelten Espresso, "irgendwas auf italienisch gesabbelt", Auftrag, Kohle, Ciao!

Unerträglich. Ich könnte kotzen, wenn ich solche Selbstdarsteller erlebe. Und bin zeitgleich gruselig amüsiert. Da muss ich mich wohl irgendwann mal entscheiden.


Unerträglich II: Umziehen. Ich möchte die nächsten 27 Jahre keine einzige Umzugskiste mehr packen und nie wieder mit mehr als fünf Kilo in der Hand eine Treppe hinuter- oder hinaufgehen müssen. Ich bin durch. Aber bald ist es geschafft.

Unerträglich III: Offline sein. Vom World-Wide-Web bin ich ab jetzt bis mindestens 3. November abgeschnitten. Macht's gut.

Wednesday, October 03, 2007

Gib Gas, Udo!

Mit Nebenhöhlenentzündung und kurzer Lunte schiebe ich mich im Feierabendverkehr vorwärts. Das Chaos rollt wie immer am Dammtor. An der Uni vorbei löst sich der Knoten endlich und die Fahrbahn zeigt sich dem schummerigen Abendhimmel. Jetzt nur noch geradeaus, Linksabbieger, L-i-n-k-s-a-b-b-i-e-g-e-r, LINKSABBIEGER!!! GRÜNER PFEIL!!! Mann, fahr ZU! Vor mir schleicht ein fetter schwarzer Schlitten auf die Ampel zu, die man zügig passieren sollte.
Langsam, immer langsamer fährt er, als würde er viel lieber einen hübschen gelben Pfeil begrüßen statt eines grünen.
Im Übrigen sind das meist die Deppen, die beim Ampelumsprung plötzlich entdecken, dass ihr Gaspedal mehr zulässt als 39 km/h.

Ich habe keinen Bock mehr, ich will nach Hause. Zügig fahre ich auf Ampel und Auto zu, drücke entnervt auf die Hupe. Bepöbelung inklusive. Auf die linke Spur gewechselt, möchte ich mir den Nixblicker natürlich angucken, schiele nach rechts und sehe einen vorgeschobenen Mund, eine Sonnenbrille, einen schwarzen Hut. Einen Typ, der definitiv aussieht, als wenn bis Drei zählen bei ihm bis Zehn dauert. Oh, das ist ja Udo. Udo Lindenberg nölt sich durch den Hamburger Stadtverkehr. Bei der Baustelle lasse ich ihn vor, ich ahne: Künstler haben ihre Initialen als Nummernschild. UL. Alles klar. Oder doch nicht? Vielleicht ein Doppelgänger? Ach was. Udo, Du Schleicher. Hast eine schicke Karre. Aber nen scheiß Fahrstil.

Saturday, September 01, 2007

Porno wider Willen

Im Rotlichtbezirk in einen dunklen Tunnel geraten. Schuld daran ist meine Konfirmandenblase. Nach etlichen Bieren um drei Uhr nachts schaffe ich es nicht mehr nach Hause. Im Lehmitz soll man nicht aufs Klo gehen, wenn einem seine sauberen Hosenbeinenden lieb sind. Spielhalle – das scheint die Lösung. „Wo willst Du hin?“ „Äh, könnte ich mal kurz Eure Toilette benutzen?“ „Nein!“ „Nein?“ „Nur, wenn Du hier Kunde bist.“ Also weiter.
F. meint: „Geh doch da rein.“ Und zeigt auf ein neonblau erleuchtetes Etablissement, welches in großen weißen Buchstaben „SEX“ ankündigt. „Öhm, vielleicht schaffe ich es ja doch noch bis nach Hause ...“ wabert es durch mein gerstensaftumspültes Hirn, da auch schon die Antwort vom Tresen: „Eigentlich ja nich, ne, aber weil Ihr sooo nett fragt ...“ Und schon folge ich der angewiesenen Treppe Richtung Keller, sage noch lustig: „Wenn ich in zehn Minuten nicht wieder da bin, kommste mich suchen, ja?“, und steige ins Dunkel hinab.

Unten angekommen rechne ich mit Toiletten zur Rechten oder Linken. Nix da. Richtung WC deutet ein Schild den Tunnel runter. Alles Schwarz. Lauter Gänge. Und Lärm. Gestöhne. Dümmliche Stimmen, inhaltsleere Dialoge, Monologe, Schmatzen, Seufzen, Lallen, Flüstern. Und Gestöhne. Ich dusel den Gang entlang, über mir gefühlte 200 Bildschirme, auf denen Pornos laufen. Diverse Öffnungen, in denen diverse Sachen stecken, hysterisch aussehende Gesichter, und wieder ein Toilettenschild. Und ein einziger Gedanke: „Ach du Scheiße.“
Bei den WCs angekommen der beruhigende Anblick – eine ganz normale Kloschüssel, keine Löcher in den Wänden, kein Werkzeug oder ähnliches. Einfach mal Pinkeln gehen.

Sehr erleichtert möchte ich schnell wieder ans Nachtlicht der oberirdischen Reeperbahn und laufe geradeaus.
Bin ich nicht doch abgebogen? So sah das vorhin nicht aus. Ein anderer Film, aber auch sonst. Ich beschließe, abzubiegen. Und noch mal rechts – und stehe in einem kleinen Raum, vor mir eine Lederschaukel. Falsch. Links rum. In einem noch kleineren Raum stehe ich, der von einem riesigen Bildschirm ausgefüllt ist – direkt vor mir wedelt ein 1,20 Meter großer erigierter Penis. Auch falsch.
Den Gang zurück sitzt hinter einer Art Bande ein Typ ganz hinten in der Ecke und glotzt mich leer an. Dass man wirklich nur zur Toilette wollte, das muss man dann erstmal erklären können, denke ich mir. Und dass ich den „Ausgang“ suche – wer weiß, was der darunter versteht?
Im Kreis drehe ich mich, und Panik steigt auf – da sehe ich endlich das erlösende, grün-weiße Zeichen: Notausgang. Kann nicht so verkehrt sein. Nach zwanzig Sekunden stehe ich wieder unterm Nachthimmel, die blauen Lichter scheinen auf den Bürgersteig, vor mir prangen die Worte „SEX“ und „PORNO“. Danke, reicht für heute.