Tuesday, January 31, 2006

Elefantenmus


Manche Vorlieben sind interessant. Und ich rede hier nicht von Lack, Leder oder Gummi, von Menschen, die gern beschimpft werden oder nie vom Schnuller loskommen.
Essensgelüste meine ich, Gerichte, die uns seit unserer Kindheit nicht aus ihren geschmacklich verirrten Klauen lassen - Brot mit Butter und fingerdick Zucker drüber zum Beispiel. Großartig. Doch nichts, aber auch gar nichts kam an Bananenbrei heran, und der geht folgendermaßen: eine Banane, mit der Gabel zerdrücken, zwei bis drei Schuss Dosenmilch darüber, einen Teelöffel Zucker - und alles vermischen. Zugegeben, es sieht ein bisschen aus wie Kotze, schmeckt aber fantastisch. Einfach Augen zu beim Essen.

Schönster Satz nach einem Abend im Aurel: „Darf ich was Doofes sagen? Pass bitte auf mit den Kopfhörern beim Fahrrad fahren."
Ich mag es, wenn Freunde genauso gluckig-besorgt sind wie ich. Das gibt mir ein warmes Gefühl.

Song des Tages: Jeff Buckley, „Hallelujah"

Mitgehört

Unterhaltung zweier 14jähriger:

„Ey Digger, lass ma heute noch was starten ey.“
„Joooaah, ma sehen ne ..."
„Digger, Digger!! Wir müssen noch was reissen ey, Digger, wo geht denn was?"
„Öööh. Weiß nich, Digger"
„Digger, jeder muss seine Geschäfte machen. Lass mal zu dem Center, die Schließfächer sind leicht ey."
„Okay, Digger, können wir machen ..."
„Das wird cool, Digger. Ich sach Dir, Digger, das is voll easy."

Gern wäre ich erzieherisch tätig geworden. Aber diese Kinder waren zwei Köpfe größer.

Song des Tages, ganz groß: Skid Row, „In A Darkened Room"

Sunday, January 29, 2006

Hauptstadtnächte


Zwei Frauen in Berlin: 2 Nächte & 9 Stunden Schlaf, Becks & Rotwein, Russenpension & Klokombüse, Espressobar & neue Menschen, Niels Frevert & Erdmöbel, Mavi-Jeans & Modeparty, 6-Tage-Rennen, Italiener & 60ies-Soul, Gute-Nacht-Geschichten & Schokocroissant, Coffy & Ringe unter den Augen.

Nach sieben Stunden Messemarathon auf der Modemesse Bread & Butter liege ich in der Pension Bella auf dem Bett, ein Becks in der Hand, Sandra auf der anderen Betthälfte und wir lachen. Hat was von Klassenfahrt - ein Mädelswochenende in Berlin! Das Zimmer ist nett gesagt charmant, ehrlich gesagt schrottig, ein Drittel vom Raum ist abgetrennt, die Trennwand allerdings nicht bis zur Decke hochgezogen, sondern auf halber Strecke abgesägt, sodass eine Klokombüse den Raum schmückt. Spült man, erzeugt das so einen Unterdruck, dass es durch Mark und Bein röhrt. Auch wenn der Nachbar spült. Auch nachts. Und früh morgens.
Nach einer Stunde sitzen wir in der Volksbühne, Niels Frevert singt von sprechenden Messern und Sehnsucht, wir kuscheln uns in die roten Plüschsitze und trinken unser zweites Feierabendbier. Schön und schluffig schraddelt Frevert sein Programm, das Publikum mag ihn. Der Song, wegen dem ich hier überhaupt sitze, den hat er etwas eilig und trotzdem - „Wann kommst Du vorbei, lehnst Dich an mich, Du hast mein Herz so unaufgeräumt ..." Gänsehaut stellt sich ein, das Konzert hat sich in diesem Moment gelohnt, egal was da noch kommen mag.
Als Hauptband kommt Erdmöbel auf die Bühne. Selten eine so skurrile Band gesehen, der Gitarrist linst leicht irre grinsend durch die Publikumsreihen, und das erste Lied geht gar nicht. Doch „Russischbrot und Küsse ..." - das ist schön.

Auch schön ist, wenn man merkt, dass man etwas gut kann. Feiern zum Beispiel. Allerdings ist es hier schwierig, eine Entscheidung dagegen oder dafür zu fällen, wenn man doch kein Talent dafür hat. Zweimal hab ich mich mit Gitarre lernen abgemüht, stellt fest, das ist nicht meins - und habe es gelassen. Stört mich, aber mäßig. Doch würde ich fest stellen, dass ich nicht gut feiern kann, würde ich es dann tatsächlich eines Tages einfach sein lassen können?
Eigentlich auch egal - denn ich mache hier auf meiner Lebensliste ein Häkchen mit Plus. Selbst wenn eine Stunde 6-Tage-Rennen auf dem Amüsierplan steht.
Es ist heiß in der Halle, und unglaublich laut. Motorräder mit stehenden Menschen an den Lenkern rasen im Kreis, dahinter jeweils ein Radrennfahrer, auf der Werbetafel wird „Der große Preis der Steher" eingeblendet. An mir läuft eine Frau mit hautenger Jeans, zugepastetem Gesicht und bis zur Starre gebleichten Haaren vorbei. Ihre Hose sitzt so tief, dass man froh sein kann, dass sie sie überhaupt zumacht, auf hohen Absätzen schiebt sie sich durch die Menge, die Freundin an ihrer Seite sieht aus wie die B-Seite der schlechten A-Seite. Aber sie sind jung, schlank und willig. Fragt sich nur, was sie wollen? Denn schaue ich mich im Radel-Rondel um, stehen fast nur alte, unattraktive Männer an den Tresen, mit Trillerpfeiffen im Mund und Alkohol in der Hand. Ich stelle mir solche Typen beim Harken des Vorgartens ihres Campingdauerplatzes vor, doch weit gefehlt - hier steht angeblich das Geld, wofür die Mädels sich so ins Hohlkreuz werfen. Alle weiteren Vorstellungen möchte ich meiner Fantasie ersparen.

Nach einer weiteren langen Nacht, durchtanzt und durchquatscht im Coffy, einem Sixties-Soul-Laden, schlurfen wir in die Pension Bella, um unsere Sachen zu packen. Da wir erst um halb Elf dort ankommen, lohnt sich Hinlegen nicht mehr wirklich und so setzen wir uns direkt an den Frühstückstisch. Es ist so still im Raum, dass eine Unterhaltung unmöglich ist. Mit roten Augen, übermüdet und albern gackern wir unser Frühstück in uns hinein, sagen Zimmer Nummer Sieben „Tschüss" und laufen zum Bahnhof Zoo.
Mehr oder weniger schlafend überstehen wir die Zugfahrt und steigen Dammtor aus, die Winterlandschaft der Wallanlagen vor meinen Füßen. Kurzerhand entschließe ich mich, durch den Park zu gehen, um nach Hause zu kommen, alles ist bedeckt von Schnee, Kinder schlittern auf dem zugefroreren See, die Luft klirrt leise vor sich hin, die Sträucher im Rosengarten haben Mützen auf, alles friert.
Langsam bummel ich die Wege entlang, der Trolly ächzt durch den bedeckten Weg. Ich hatte durchaus schon bessere Ideen, als einen Koffer durch schneebedeckte Pfade zu ziehen, doch ich halte mich wacker.

Link zur Gallerie gibt es bei netter Anfrage an 2boots@gmx.de. Vielleicht.

Song des Tages: Damian Rice, „The Blowers Daughter"

Thursday, January 26, 2006

Wir sind ganz bestimmt nicht Papst

Ein kleiner Ausschnitt von Benedikts Rundbrief, der gestern veröffentlicht wurde.
ENZYKLIKADEUS CARITAS EST VON PAPST BENEDIKT XVI.
AN DIE BISCHÖFE AN DIE PRIESTER UND DIAKONE
AN DIE GOTTGEWEIHTEN PERSONEN UND AN ALLE CHRISTGLÄUBIGEN ÜBER DIE CHRISTLICHE LIEBE

ERSTER TEIL /DIE EINHEIT DER LIEBE IN SCHÖPFUNG UND HEILSGESCHICHTE
„Deshalb ist der trunkene, zuchtlose Eros nicht Aufstieg, ,,Ekstase’’ zum Göttlichen hin, sondern Absturz des Menschen. So wird sichtbar, daß Eros der Zucht, der Reinigung bedarf, um dem Menschen nicht den Genuß eines Augenblicks, sondern einen gewissen Vorgeschmack der Höhe der Existenz zu schenken — jener Seligkeit, auf die unser ganzes Sein wartet."


Der Begriff „Absturz" ist gar nicht mal so doof gewählt, aber „Eros bedarf der Zucht, der Reinigung"?? Und was dann? Nur noch Kuschelsex?

Dank an Joshuatree für diese Themenanregung!

Wir sind Bokal!

Erst Berlin, jetzt Bremen - Pauli putzt sie weg!
Dass ich mal Tränen in den Augen habe wegen eines Fußballspiels, hätte ich im Leben nicht gedacht. Ebenso wenig, dass ich mal betrübt sein werde, NICHT im Stadion dabei sein zu können.
Pauli – Du bist ein einziges großes Kämpferherz! 3:1!!! Jetzt geht alles!!

Wenig Zeit für mehr Geschreibsel, aber werft doch einen Blick in Matthias‘ Blog, siehe Linkliste „Die Rückseite der Reeperbahn" - eine schöne, braun-weiße Zusammenfassung.

Song des Tages: Millerntor-Chor vor meinem Fenster, „You'll Never Walk Alone"

Sunday, January 22, 2006

Bryan, Rod & Tina


Möchte mich jemand quälen, müsste er mich an einen Stuhl festbinden, eine Leinwand aufziehen und 24 Stunden Musikvideos von Bryan Adams, Rod Stewart und Tina Turner spielen. Bereits nach drei Stunden würde ich diverse Verträge unterschreiben, nicht haltbare Versprechungen machen und Geständnisse ablegen für Dinge, die ich nie getan habe.
Als vor ein paar Tagen meine heißgeliebte Sendung „Formel Eins" lief und Thomas Anders ein 80er-Special ankündigte, klappten mir die Zehennägel hoch - Bryan Adams. Und ich spreche nicht von „Run to you", sondern von den glitschig triefenden Heulballaden, in denen Adams geschminkt und mit leidendem Blick gen Himmel durch den Film röhrt.
Der Gipfel des Horrors endete mit der Traumkombi Rod Stewart, Bryan Adams und - Sting! Statt Sting hätte allerdings dort Tina Turner ihren Platz einnehmen müssen für das „All for One"-Heldengeschrei. Sofort kam wieder der Reflex in mir hoch, Dinge zu versprechen, Sachen unterschreiben zu wollen, nur damit jemand mich erlöst. Doch ich hatte Glück - die Fernbedienung lag in meiner Hand.

Fundstück des Tages: Novocane in der Prinzenbar. Wir waren zwar nicht so erfolgreich wie oben genannte, aber wir sahen verdammt gut dabei aus.

Song des Tages: Jewel, „Break Me"

Friday, January 20, 2006

Nicht absehbar


Ein endloser Zeitraum wird vergehen, bis unser Telefon wieder so funktioniert wie es sollte. Genauer gesagt liegt es nicht am Telefon, sondern an Hansenet, denn die Nummer führt inzwischen ein seltsam gewähltes Eigenleben. Ruft jemand auf der Schröderschen Zahlenkombination an, landet er bei einem deutsch-spanischen Ehepaar. In einem völlig anderen Stadtteil wohnend, mit einer völlig andere Telefonnummer versorgt, kennen sie nun fast unseren gesamten Freundeskreis.

Nach stundenlangen Telefonaten mit Hansenet, Stecker rein und wieder raus, warten, zurückstellen, warten und Stecker wieder raus, rein, geht immer noch nichts.

Hansenet-Kunden erreichen uns. Die anderen erreichen andere Sphären. S. berichtete mir gestern in einer E-Mail, dass ihr bei falscher Verbindung ein „Jesus sei mit Dir" entgegenschwappte. Als ich gestern prüfen wollte, ob der Anschluss wieder funktioniert, hatte ich eine tiefe Männerstimme am Apparat. „Der wohnt nicht bei uns", dachte ich mir, murrte etwas von Hansenet, entschuldigte mich, und auch mir tröpfelte er ein bisschen verbales Weihwasser zum Abschied auf den Kopf: „Gott segne Dich". Wie nett. Wenigstens kein „Ruf nie wieder an!"

Das Foto ist von der letzten Schneeschwemme, meine Balkondeko.

Song des Tages: Depeche Mode, „Personal Jesus"

Wednesday, January 18, 2006

4 Wochen

TempEau. - geile Musik. Also - gehet hin, zu den Konzerten! Für Hamburger: 4 Wochen noch, dann geht's im Knust rund.
Weitere Termine gibt's hier. Marek Harloff am Bass und Gesang, Jan Plewka (alle ehemaligen Selig-Fans einmal verzückt "Hach" seufzen) und Stephan Eggert am Schlagzeug (siehe Klammer Jan Plewka).

Im Gästebuch der Bandwebsite meckern Viele, dass lieber Jan anstatt Marek singen soll, dieser Wunsch stößt nicht auf mein Unverständnis, hat Herr Plewka doch ein außergewöhnlich schönes Organ. Die Funkenmariechen-Kleider stehen beiden gleich gut.
Doch in meinen Ohren passt die Mareksche Stimme optimal zu den schnodderig-rockigen Liedern und hey - so ist das nun einmal - die Jobs sind aufgeteilt. Da können Gästebuch-Nöler dann irgendwann einfach mal die Schnauze halten. Muss man sich mal vorstellen - Bandbesetzungen könnten demokratisch von Fans entschieden werden. Wo sollte das enden?

Song des Tages: Julia Hummer & Too Many Boys, „Katherina"

Tuesday, January 17, 2006

2 Monate und 14 Tage bis Alfons ...


... wiederkommt. Ins Alma Hoppe Lustspielhaus in Hamburg. Alfons hat eine Zahnlücke, etwas schmierige Haare und einen Bauchansatz. Alfons ist hinreißend. Denn Dialekt und Dackelblick reißen es raus. Ein Franzose unterwegs, den Mitbürgern mit lustigen und normalen Fragen dumpfe Anworten entlockend, deckt er die manchmal erheiternde, manchmal erschreckende Volkesmeinung auf. Wo bei den meisten Menschen ein Gehirn vor sich hin wabert, befindet sich bei einigen anscheinend eine Müllverbrennungsanlage.
Alfons, der Franzose, steht vorne auf der Bühne, in orangener Jacke. Wir sitzen an einem großen Tisch mit anderen Gästen, die wir nicht kennen. Links von uns ein älteres Paar, welches guckt, als hätte es am liebsten einen Zweiertisch ergattert, rechts von uns Typen, die gucken, als ob sie lieber mit uns an einem Vierertisch sitzen würden. Bei jedem Witz, auch wenn es keiner war, dreht sich der Mann neben mir um, lacht mir ins Gesicht und gibt einen Kommentar ab. „Hahaaaa - herrrrrlich!" oder „Ja, genauuu! Der war gut!" Ich möchte nicht genervt sein, denn da vorne steht doch Alfons, doch ich bin es und rücke ein Stück nach hinten, damit er den Kopf nicht mehr drehen kann. Weit gefehlt, er ist gelenkig. Wie eine erstarrte Feldmaus glotze ich an seinem Gesicht vorbei auf die Bühne, doch es nützt nichts. Kurz überlege ich, ob ich pingelig bin, doch ich kann meinen Gedanken nicht hören, er wird übertönt vom Grunzen neben mir. Alfons setzt zu einem Satz an, wirklich - überhaupt noch nicht komisch, da brüllt der Mann, lacht mir ins Gesicht, die Hand haut auf den Schenkel. Jeder amüsiert sich anders. Aber bitte nicht in meine Richtung.

Menschenscheu wäre das falsche Wort, ich mag eben Abstand. Stehe ich im Bus, versuche ich mich immer so hinzudrehen, dass ich niemanden berühre, im Sommer ganz besonders, bekomme ich doch Gänsehautentzündung, wenn mir ein nasser Unterarm an der Hand klebt. Wenn ich dann noch rieche, was mein Busnachbar zum Frühstück hatte oder gestern zum Abendbrot, wie lange er nicht geduscht hat und was er für ein After Shave benutzt, dann würde ich lieber bis nach Mekka pilgern statt Bus zu fahren.

Doch zurück zu Alfons. Ich möchte ihn empfehlen. Auf Alfons' Website stehen seine Tourdaten. Geht hin!

Als ich um etwa zehn Uhr zum Auto laufe, ist es mindestens sechs Grad minus. Und doch überwinde ich mich, ziehe einen meiner dicken Fellhandschuhe aus und halte dieses Nachtidyll „Schornstein raucht in die Dunkelheit" fest.

Song des Tages: Live, „Turn My Head"

Friday, January 13, 2006

Sternmull


Ich weiß gar nicht, was ich extraordinärer finde - diese unglaublichen Schaufeln oder die explodierte Schnauze.

Thursday, January 12, 2006

Nacktmull


Um auf die Frage von Joshuatree zu antworten (Kommentar, 10. Januar): So sieht ein Nacktmull aus. Eine norddeutsche Spezialität ist er nicht, er lebt in unterirdischen Bauten in den Halbwüsten Ostafrikas. Die Kolonien, in denen er lebt, werden übrigens von Weibchen angeführt! Und es ist das vorteilhafteste Foto, das ich finden konnte.

Kleine Frauen

Dort steht Annett Louisan auf der Bühne, 1,50 Meter müsste sie ungefähr sein, und hält ihre Platinplatte in der Hand. Hier sitze ich, 1,60 Meter, mit einer Käseplatte vor meiner Nase. Die Vorteile für Annett: sie bekommt Geld, Ruhm und Anerkennung. Der Vorteil für mich: Ich muss die Platte nicht selber halten.

Also läuft der Abend im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne. Eine Rede, ein Film, Annett Louisan wird von allen Seiten angesprochen, gelobt, sie lächelt tapfer und posiert für die Kameras. Eine Gold- und eine Platinplatte bekommt sie, und etwa zwanzig weitere Personen, die an der Maschinerie Popmusik die Schrauben festziehen. Während auf der Bühne noch das Gruppenbild arrangiert wird, sitzen Silke und ich auf bequemen Ledersesseln, trinken und essen und amüsieren uns. In einem Gespräch zu späterer Stunde fällt mir ein Bandname nicht ein, verflixt. Ihr wisst schon - wenn man etwas genau weiß, den Namen schon x-Mal gelesen und ausgesprochen hat und dann ist er plötzlich weg. Der eigentliche Skandal: Ich stehe zwischen lauter Musikredakteuren und keiner kann mir anhand des Liedes sagen, wen ich meine... :-) Da fallen alle möglichen Namen: Iron Maiden (ich habe gesagt, dass der Sänger GUT aussieht!), sogar Whitesnake ... ts.
Ich unterhalte mich weiter, doch der Gedanke gräbt und buddelt in meinen hinteren Hirngruben weiter. Zuhause angekommen, muss ich mich vor den Computer setzen, um den Titel des Songs in Google einzugeben, „My Girlfriend's Girlfriend" - und siehe da, der erste Link führt mich hin: Type O Negative! Danke, Google.


Song des Tages: Type O Negative, „My Girlfriend's Girlfriend"

Wednesday, January 11, 2006

5 Minuten bis zum Sonderangebot


Gleich werde ich mir die Morgenzeitung schnappen und nach ein paar Seiten auf bunt gewürfelte, mit Supersonderpreisen in Knallsternen gelayoutete Schnäppchen stoßen. Und dann werde ich - wie immer - überlegen, ob ich den Zweihand-Winkelschleifer nicht vielleicht doch irgendewann brauche könnte. Oder einen neuen Bügelbrettbezug? Ich bin das perfekte Opfer perfider Werbeseiten. Anhand meines Naturells erstellen Marktforscher Produktfeldzüge in die Küchen und Wohnzimmer der Ottonormalverbraucher, da bin ich mir sicher.

Dabei haben Supermärkte und ich ein gespaltenes Verhältnis, kommt hier doch stets Murphy‘s Law zum Einsatz. Bei den Einkaufswagen geht es los: Ich habe keinen Euro klein. Also muss ich erst in den Markt, äh Center, bei Walmart heißt das ja Supercenter, nicht Supermarkt. Also ich muss da rein, zu einer der Kassen und suche mir zielsicher die unfreundlichste Mitarbeiterin aus. Mit dem Euro zurück zu den Einkaufswagen. Drei klemmen, einer ist mit irgendeinem eklig aussehenden Kram vollgepackt, der letzte funktioniert. Aber: er ist nicht schön. Kennt Ihr bei Walmart die kleinen Werbeflächen am Griff? Ich bekomme definitiv den, wo sie rausgepult ist, wo sich Dreck und Staub unter einer verkratzten Plastikoberfläche sammelt. Nie bekomme ich einen Wagen mit einer schönen Coca-Cola-Werbung.

Habe ich dann alle Einkäufe in meinen hässlichen Wagen verfrachtet, stehe ich an der Kasse. Und ja, ich bin die, bei der immer ein Preis fehlt. Meinetwegen müsst Ihr warten, denn auch die Bonrolle ist meist zu Ende, sobald ich an einer Kasse stehe. Wenn ich könnte, würde ich meine Mitmenschen vorwarnen. Ein Schild würde ich mir umhängen: „Ich verursache Staus“ oder ähnlich, doch was soll‘s. Inzwischen habe ich Gelassenheit entwickelt. Selbst wenn einen Tag vor Weihnachten beide EC-Karten nicht funktionieren, ich kein Bargeld dabei habe, die Schlange hinter mir immer länger wird und ich betrachtet werde als sei ich asozial. Natürlich funktioniert die Karte dann am Automaten und auch im nächsten Supermarkt. Doch dort ist dann wieder die Bonrolle leer.

Song des Tages: Anouk, „It's So Hard"

Tuesday, January 10, 2006

Verkehrter Verkehr

Fast jeden Morgen steige ich auf mein klappriges Hollandrad und trete das schwache Gefährt langsam vorwärts. Und jeden Tag ist es anders. Mal geht im dritten Gang alles, mit Kraft und einem Tempo, welches Supermann aussehen lässt wie einen Nacktmull, flitze ich durch die Straßen, zwölf Minuten bis zur Arbeit ist Rekordzeit. Dann wieder ist alles sehr schleppend. Ab und zu drehe ich mich um, um sicher zu gehen, dass sich niemand heimlich auf meinem Gepäckträger niedergelassen hat und mir damit die Fahrt erschwert, dann schalte ich vom dritten in den zweiten Gang, um nicht plötzlich rückwärts zu fahren. Der erste funktioniert nicht. Und all die Anstrengungen auch nicht. Mit einem Gehwagen wäre ich schneller in Ottensen.

Programm ist, dass an solchen Tagen auch die Autofahrer besonders einzellig unterwegs sind. Beispiel: Ich fahre die Straße entlang. Auto kommt von rechts, hat also Vorfahrt. Ich verlangsame meine Fahrt, damit das Auto passieren kann. Autofahrer verlangsamt auch. Ich werde noch langsamer. Autofahrer bremst. Ich falle vom Sattel. Autofahrer winkt mich freundlich durch. Argh.
Weiteres Beispiel: Autofahrer fährt vor mir. Wird langsamer. Wird wieder schneller. Und langsamer. Ich überhole links. Auto schwenkt nach rechts aus. Bremst. Und gibt nach links fahrend wieder Gas, ohne sich umzudrehen. Annähernd hätte ich den Rest der Strecke auf einem Einrad bewältigen müssen, konnten der Außenspiegel und ich uns doch bereits in die Augen sehen. Argh II.

Song des Tages: Mariha, „Absolutely Entertaining"

Monday, January 09, 2006

Ein weiteres Rätsel

Warum schmeckt es bei Omas immer am besten? Schnöde Hackedellen werden zum Hochgenuss, Salzkartoffeln sind „so lecker wie noch nie", und die Soße schmeckt auch klumpig besser als alles, was man selbst jemals mit einem Schneebesen bearbeitet hat.

Song des Tages: Dirk Darmstaedter, Podcast-Version von „Possibility Is The Killer"

Des Rätsels Lösung




Kann man erraten, was ich meine? :-)

Friday, January 06, 2006

Chris wird verApplet

Ich mag Coldplay, wirklich. Aber das hier ist trotzdem gut. Im Vergleich Sänger-Bassistin ist meinem ästhetischen Schöngeistauge sofort etwas aufgefallen - man sieht es erst etwas später im Video. Wer ahnt, was ich meine?

Song des Tages:

Everything Sounds Like Coldplay Now

Falls sich der Inhalt dieses Links mal ändert, bin ich natürlich nicht für Inhalte auf externe Links verantwortlich, hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von den verlinkten Seiten, finde auch nicht immer gut, was in verlinkten Seiten sonst noch so drinsteht und stimme durchaus zu, dass das Internet ein bedenklicher Platz sein kann. Amen.
Dank an Matthias für den Link.

Monday, January 02, 2006

Noch 11 Monate und 22 Tage bis Weihnachten


Abgehängt. Vorbei. Runter mit den bunten Kugeln, weg mit den Lichterketten. Sobald Weihnachten um ist, ertrage ich Dekokitsch und Weihnachtsmänner nicht mehr. Spätestens Neujahr kippt der Schalter um, und ich könnte spontan spucken, wenn ich an Christstollen und Gans mit Knödeln denke. Beim Gedanken an Christstollen allerdings ganzjährig, gehöre ich doch zu den fünf Prozent der Bevölkerung, die nicht in Verzückung geraten, wenn ein dickes Stollenstück auf der Sternenserviette liegt. Geradezu pervers finde ich die kandierten roten und grünen Stücke, ebenso katastrophal wie Geleebananen oder diese Kekse mit Orangenmarmeladenschicht und Schokolade oben drauf. Oder Erfrischungsstäbchen – der bloße Gedanke daran färbt meine Gesichtshaut grün. Ich kenne einen Menschen, der liebt diese Dinger. Er (ich oute Randgruppen nicht, das müssen sie selbst tun) putzt eine ganze Packung weg - ohne mit den Mundwinkeln zu zucken. Unfassbar.

Schlecht wird mir auch beim Gedanken daran, dass in Hamburg Münchner Regeln herrschen sollen – bettlerfreie Zonen in der Innenstadt. Schön nach außen schieben, das Elend, damit wir uns nur mit unseren eigenen beschränkten Horizonten beschäftigen müssen. Leben in Wattewolkenhausen. Und alles, was das sorgenfreie, gut behütete Dahinplätschern unschöner macht – einfach aus dem Blickfeld damit! Hat ja nix mit mir zu tun. DAS ist wirklich zum Kotzen, fünfmal mehr als grüne Christstollenstückchen.

Zum Schluss noch etwas Schönes: Foto mit dem Titel „Sexy in Birkenstock". SO feiert man Silvester. Ein prima Fest mit 14 Leuten, Raclette, langer Tafel, Schoko-Fondue und wildem Bleigießen, Tischfeuerwerk, Luftschlangen-Produktion die ganze Nacht, Tanz zu AC/DC, Nirvana, Boney M und den Beatles bis halb Fünf. Skandalös wenig wurde gezecht, so sind ein paar Wodkaflaschen noch immer voll und warten auf ihren nächsten Einsatz.

Song des Tages: The Cure, „Why Can‘t I Be You"