Tuesday, May 29, 2007

Erstmalig und einmalig?

Puh, nun sind schon wieder so viele Tage rum und es geht im Stechschritt Richtung Juni. Sommer, ich freue mich auf Dich! Grillen an der Elbe, abhängen im Karoviertel, rausfahren ins Grüne. Schwer beschäftigt bin ich momentan - das erste Wochenende ohne Kind verfeiert, das erste Mal in einer Kirche alleine gesungen, das erste Mal ein Haus gekauft. Außerdem steht Mamas 60. vor der Tür, Fotos von einer Hochzeit wollen bearbeitet werden, ich laufe endlich wieder - ach ja, und die Haare sind ab! Nach so einer netten Beratung bin ich natürlich ein Foto schuldig ... kommt nächste Woche.

Musikalisch ist momentan weniger los als mir lieb ist - wo bleibt die perfekte Band? Entweder suchen 16jährige einen Emoshouter oder 50jährige eine Bluesröhre. Kann doch nicht angehen, dass es keine vernünftige Rockband im Alter von 25-40 oder ein nette kleine Jazzcombo gibt, die nicht „richtig durchstarten" oder sich „den Arsch abrocken" will.

Monday, May 07, 2007

Eine stinknormale Taxifahrt

Ich sage ja - man ist nirgendwo mehr sicher. Nach einem fröhlich durchtanzten Abend strecke ich um etwa zwei Uhr meinen rechten Arm Richtung Straße, um ein Taxi auf der Reeperbahn zum Stillstand zu bringen. Nichts leichter als das. Schon steht das eierschalenfarbene Gefährt vor mir. In dem Moment, in dem ich in den Sitz falle und „Marktstraße, Ecke Karolinenstraße" angebe, steigen mir die Tränen in die Augen. Es stinkt. Nicht von Zigarettenrauch oder Pfirsichduftbäumen rede ich. Der Mensch hinterm Steuer hat offensichtlich kurz bevor er rechts rangefahren ist, hemmungslos in das Auto gepupst und sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, das Fenster zu öffnen!!
Während er die Reeperbahn entlangkachelt, versuche ich konsequent durch den Mund zu atmen, wohl ist mir selbst dabei nicht. Als die Budapester Straße in Sicht ist, ordnet er sich in den Linksabbieger ein. Da hat ihm wohl etwas das Hirn vernebelt, denn zum Ziel gibt es nur einen Weg: geradeaus! Auf seinen gewiss unbeabsichtigten Fehler mache ich ihn freundlich aber bestimmt aufmerksam, woraufhin er wie eine besengte Sau Gas gibt und fast ein abbiegendes Auto rammt. „Idiot!" zischt er gereizt. Ich beschließe, dass sich für 500 Meter eine Grundsatzdiskussion über Fahrgastsicherheit nicht lohnt und springe an der Messe raus. Puh. Im wahrsten Sinne.

Tuesday, May 01, 2007

Datenzocke

Man ist nirgendwo mehr sicher. Karstadt hat mich vor ein paar Jahren erwischt mit den HappyDigi-Bonuspunkten oder wie die heißen. Jetzt haben sie mich. Meinen Namen, mein Geburtsdatum, meine Adresse. Es würde mich nicht wundern, wenn in irgendeiner Datei auch ein Foto per Überwachungskamera von mir auftaucht, der Mädchenname meiner Mutter, meine Schuhgröße und die Anzahl meiner Ex-Freunde.
Doch inzwischen schlage ich Haken, ich bin auf der Hut. Besonders bei Budnikowsky. Er versucht es immer wieder - mit einem täuschend echten Lächeln zieht er die Ware durch den Scanner, ich zücke mein Geld, alles scheint gut, und auf dem letzten Meter kommt doch noch ein hervorgeschnelltes „Haben Sie eine Budnikarte?" „Nein ... " Rumms - geht die Kasse zu. Ertappt fühle ich mich, ein Schwall der Rechtfertigung kriecht in mir hoch, ich denke fieberhaft darüber nach, wie ich meine Besitzlosigkeit begründen könnte. Doch er hakt nicht nach, er lässt mich einfach gehen. Puh. Glück gehabt. Dieses Mal.

Dass man in jedem Geschäft Bonuskarten entgegengeworfen bekommt, ist inzwischen üblich - dass man aber noch nicht einmal mehr in Coffeeshops mit der anonymen Masse verschmelzen kann - da kommt echtes Unbehagen auf. So schrieb mir Freundin Sandra gestern folgendes Erlebnis:

Musste neulich sehr an Dich denken, weil ich einen typischen Emma-Blog-Eintrag erlebt habe: Ich stand bei Starbucks (ich hatte einen Gutschein, sonst meide ich diese amerikanischen Tempel des „heißes-Wasser-für-Gold-verkaufens"). Ich bestelle fröhlich meinen Eiskaffee - wurde zunächst überaus freundlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass mein Kaffee ohne Kaffee ist und ob das in meinem Sinne sei. War es natürlich nicht, ich gehe schließlich in Coffeeshops, um Kaffee zu trinken.

Also, Bestellung noch mal neu, dann sagt Mrs. Coffee zu mir: „Wie heißt Du?", ich: „Häh???", sie: „Wie heißt Du??" ich: „Häh? Ich wollte einen Coffee to go und keine Freundschaft to go", sie: „Das brauchen wir für die Becher...!" Dann rückte ich weiter auf an die Abholstation und nach HERRMANN, war dann auch endlich SANDRA dran mit ihrem Kaffee. Welch Skurrilität! Nicht mal mehr Kaffee kann man unerkannt kaufen ...